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Lifestyle: Warum Verspätungen auch gut sein können. Meine Erfahrung mit Easyjet!

Ich habe mir immer Stress gemacht, wenn ich gefühlt habe, dass ich zu spät komme. Atemnot und Panik. Kennst du das auch? Mittlerweile ist das nicht mehr so.

Die 8 Anti Stress Tipps im Überblick:

  1. Tipp: Nicht alle Aufgaben perfektionieren. Vorzeitig abbrechen bedeutet kein Scheitern.
  2. Tipp: Die Bestätigung durch Social Media sollte nicht über deinen Selbstwert bestimmen.
  3. Tipp: Behalte dein großes Ziel im Auge – deinen Fixstern.
  4. Tipp: Sei glücklich mit dem was du hast.
  5. Tipp: Blende alles um dich herum aus. Fokussiere dich auf dein Ziel und betrachte die Situation von außen.
  6. Tipp: Relaxe, wenn du es nicht ändern kannst.
  7. Tipp: Lach Yoga!
  8. Tipp: Autogenes Training soll ja auch Wunder wirken.

Meine Geschichte über Verspätungen und zu spät kommen

Ist von euch schon einmal jemand mit easyJet geflogen? Easy…. mein Wort !

Stress, der Killer deiner glatten Haut. Der Alptraum deines Herz-Kreislaufsystems und deiner Blutgefäße. Der Zerstörer von Beziehungen. Und häufig auch der Karriere Bremser.

Stress kann gut sein, jedoch nur in der Fluchtsituation.

Kannst du nicht flüchten, hast du entweder ein Problem oder du solltest versuchen dir keinen Stress zu machen.

Man sagt ja, dass man alles mal erlebt haben muss. Um Mitzureden. Um dabei zu sein. Und um das Gefühl gehabt zu haben: Ich habe mein Leben gelebt. Ich habe alles gemacht. Nun kann ich zufrieden abtreten. Ob DAS jedoch meine Gedanken später sein werden vage ich zu bezweifeln.

Ich bin der Meinung: „Nein – sooo unbedingt muss ich nicht alles selbst erlebt haben.“ Nach dem gestrigen Tag ganz zu schweigen.

Mir genügt es dann doch, wenn ich die eine oder andere Sache von meinen Bekannten und Freunden erzählt bekomme. Oder sie in einem Blog lese.

 

Gestern war wieder so ein wunderbares Ereignis. Es zieht sich bis heute hin. Zu Beginn des Tages wusste ich noch nicht, dass der 23.05.16 in einer Katastrophe enden wird.

Es ist jetzt 8:00 morgens. Immerhin fünf einhalb Stunden Schlaf. Da soll man ja nicht meckern. Tue ich auch nicht.

Aber: Es könnten weitaus mehr Stunden sein.

Gerade habe ich es mir in meiner Küche gemütlich gemacht. Ein Espresso und die Arbeit kann beginnen.

An sich ist Dienstag mein Lerntag fürs Studium. Das muss jetzt mal kurz warten. Denn die Gedanken des gestern Erlebten müssen verarbeitet werden.

Warum?

Um natürlich einen klaren und leeren Kopf für’s Lernen zu bekommen. Und um euch Tipps zu geben, solltet ihr mal mit easyJet bei einem Unwetter fliegen. Ganz klar.

Der Tag gestern startete in Nizza. Der letzte Urlaubstag.

Morgens aus dem Bett gepellt sprang ich voller Elan in meine Sportklamotten.

Fast.

Es sollte am letzten Urlaubstag nochmal an den Strand Ruhe Plage gehen. Wenigstens einmal laufen am Meer.

Das wollte ich.

Im vollkommen kalten, nicht aufgewärmten, dennoch glücklichen Zustand lief ich los. Quer durch die Altstadt, über den Place Grimaldi und die Rue Maccarani entlang.

Die Sonne brannte. Ich trug langärmlich. Der zweite Tag meinte, er müsse mir ein Souvenir mitgeben, an das ich mich noch ein paar Tage in Berlin erinnern könnte.

Sonnenbrand.

Autsch.

Ich passe immer auf.

Heißt: Ich bleibe immer im Schatten.

Bei meiner schneeweißen Bräune ist das die gesündeste Variante.

Auf dem Weg zum Strand bekamen mein Sportspartner und ich Blicke der Passanten, die – es war ja Montag – gut gelaunt zur Arbeit fuhren.

In meinem lebhaften Sportoutfit bekam ich von einem betagten Herren noch ein „Magnifique“ zu hören, für meine, ich nenne es mal, fröhliche und motivierende Art.

Magnifique bedeutet soviel wie „großartig, exzellent, famos, entzückend, hübsch, herrlich, super, fantastisch oder wundervoll“.

EINS davon.

Nicht alle gleichzeitig.

Am Strand angekommen sagte mir der Blick auf die Uhr: „Du, Frühstück im Boscolo ist aber nur bis 10:30. Das weißte schon, ja?“

Es war kurz vor neun.

Duschen, anziehen und naja…. eine Stunde Zeit zum Frühstücken wären schon schön.

  1. Tipp: Nicht alle Aufgaben perfektionieren. Vorzeitig abbrechen bedeutet kein Scheitern.
    Soll hießen: Ich war joggen, wenn auch nur kurz. Mein Ziel war – Am Meer zu joggen -. Das habe ich erreicht. Ich habe mir keine Zeit gesetzt oder ähnliches. Demnach: Ziel erreicht.

Naja, ein paar Sprints und Intervallläufe gab es. Ich hatte eine wahnsinnig rote Stirn. Das ist der eben erwähnte Sonnenbrand, nicht die hochgefahrene Durchblutung durch’s Joggen.

Keine Sorge.

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Mein Alibi Sport Foto auf Instagram

 

Ein Foto für Instagram. Ich muss ja meinen Schein als Supersportskanone bewahren.

Es soll Leute geben, die denken ich mache täglich Sport, esse nur raw- und clean food, natürlich vegan und habe das als Lebensinhalt. Kann man machen – ich jedoch nicht. Sorry, falls nun wer enttäuscht ist.

Kein Foto, keine Likes, keine Follower, keine Leser.

So lautet die Regel 2016 im Internet.

WOW.

Da ich im Urlaub war, habe es das nicht.

Das Kapitel von Michael: Leben ohne Instagram Filter auf imGegenteil.

Ein paar Tage Abwesenheit auf Instagram und Co. machen sich sofort bemerkbar. Die Follower sind gelangweilt und eiskalt und gehen. Ich fühle mich manchmal wie der Philippe Pozzo di Borgt in Ziemlich beste Freunde*: Keine Arme, keine Schokolade.

Schwarzer Humor. Lustig wa?“ sagt Driss. Ich liebe es !!

Für mich trifft das auf die täglichen Social Media Posts zu.

Keine Posts, keine Follower.

Autsch.

War mir egal.

Nicht die Follower und Menschen sind mir egal, sondern diese lächerliche Denkweise. Ich muss nicht jeden Tag mein Outfit posten oder wie sich mein Zähneputzen heute angehört hat.

2. Tipp: Die Bestätigung durch Social Media sollte nicht über deinen Selbstwert bestimmen.

Soll heißen: Wenn es nicht lebensnotwendig ist, ein Profil zu pflegen oder sogar dein Hauptjob, lasse dich nicht von anderen und diesem System dominieren. Willst du posten, tue dies. Wenn nicht, dann lasse es. Bei mir zählt es sogar zu meinem Job, dennoch. Die Menschen, die dich mögen oder als nützlich empfinden, werden bleiben – auch wenn du dir frecherweise einen Urlaub gönnst ohne jeden Schritt davon zu posten. (Danke dafür an dieser Stelle an meine Follower und Leser.).

Zurück im Hotel war es kurz nach neun.

„Alles easy“, dachte ich. Mittlerweile ist für mich alles easy.

Ich mache mir einfach keinen Stress mehr.

Das habe ich.

Lange, lange Zeit.

So lange es bei einer 27-Jährigen denkbar ist.

Ich hatte als Kind immer Atmennot, wenn ich zu spät zur Schule kam und als achtjähriges Mädchen dann in die Klasse nachzügeln musste. Zerstarrt von den Blicken der Mitschüler. Meine Schule lag fußläufig fünft Minuten von unserer Wohnung entfernt.

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Wir wohnten damals in Prenzlauer Berg in der Esmarchstraße und danach eine Ecke weiter in der Käthe-Nieder-Kirchner Straße. Meine Schule befand sich ebenfalls in der heute wunderschönen Esmarchstraße.

Wie oft bin ich diese Straße langgerannt. Mit meinem Ranzen und dem Turnbeutel mit Schwimmzeug. Beides überaus störend beim Rennen.

200 Meter weiter an der Hufelandstraße angekommen, musste ich nach meinem Wettlauf gegen die Zeit stehen blieben und nach Luft schnappen.

Käpfen, weil mir aus Angst die Luft wegblieb A.ll in der Klasse, könnten mich beim Hereintreten wieder anstarren.

Dennoch ging ich praktisch nie früher von zu Hause los. Das weiche und warme Bett meinte es – und meint es bis heute – sehr gut mit mir. Das war mir wohl mehr Wert und hat überwiegt.

Damals wusste ich noch nicht, wie ich mit Stress umgehen sollte. Ich ließ mich dermaßen stressen, dass mir die Luft wegblieb.

Heute ist das Gott – oder sagen wir besser – vielen Büchern und Erfahrungen sei Dank – anders.

Einfacher.

Ich habe mein Abitur ja nachgeholt. Es ist noch garnicht so lange her. 2012, um genau zu sein.

Dieses Zuspätkommen.

Ich hatte dieses mal eine Stunde Fahrt zum Kolleg. Ich wohne in der Landsberger Allee. Bis zum Wittenbergplatz am Berliner Kudamm sind es ein paar Stationen. Ein paar mehr Stationen.

Die Schule startete 8:30.

Mein Plan:

Zwei Stunden früher aufstehen, mit dem Hund und einem kleinen Käffchen morgens eine Runde spazieren gehen.

7:30 Start von zu Hause. Daraus wurde meistens 7:45.

Ich ahnte schon: Es würde wieder knapp werden.

Alle Bahnen und Wege sind genau durchgerechnet und kalkuliert. Die kleinste Unnormalität lässt meinen Plan zusammenbrechen.

No Risk, no Fun. Anscheint mein Lebensmotto ohne es mir zur Aufgabe gemacht zu haben.

Problem: Ich wurde nervös, wenn die Bahn nicht kam. Ich schaute andauernd auf die Uhr. Stress. Ich konnte mich teilweise auf nicht andere Themen mehr konzentrieren.

Mein Atem pumpte schon wieder.

Irgendwann hat es „Klick“ gemacht. Und zwar laut und deutlich.

Das war nicht nur ein kleiner Schalter, wie der an der Kaffeemaschine. Der Kleine, den man morgens, ohne es mitzubekommen, umgeknipst.

Sondern so ein schwerer Hebel aus Gusseisen, wie es an den Bahngleisen von Weichen der Fall war. Der legte sich um.

Mit dieser Weiche fuhr ich ab diesem Tag einen anderen Weg.

Ich legte den Stress ab.

Ich sagte mir: Hey, ich geb‘ mein Bestes. Mehr als das geht nicht. Ich werde besser und besser. Und irgendwann, wenn es lebenswichtig für mich ist, dann bin ich pünktlich.

Und so ist das auch.

Im Job: pünktlich.

Wichtige Termine: Pünktlich.

Weitestgehend.

Es geht.

Nur eben nicht immer – gerade im Privatleben.

Wenn ich 8:20 am Wittenbergplatz ankam, dachte ich – genau – „easy“.

Zehn Minuten bis 8:30.

Das reicht locker noch, um dir einen Miclhkaffee im Backshop zu holen. Die lange Schlange vor Ort im Bistro ist ja eine höhere Macht. Dafür kann ICH ja nun nichts.

Ich weiß, man kann sich das Leben auch schön reden. Aber geht es nicht genau darum? Positive Gedanken zu haben? Jede Situation erst einmal positiv zu interpretieren?

Ich kam 8:35 im Klassenzimmer an.

Fünf Minuten zu spät.

„Mist, aber naja“ dachte ich.

Mit einem Lächeln bewaffnet gegen die mir bekannten Blicke, betrat ich den Raum. Und mit meinem Kaffee, der mir den ersten Block von 90 Minuten Unterricht versüßen sollte.

Ich ging ich leise zu meinem Platz.

Von der Seite hörte ich von einem charmanten Kollegen nur: „Wie du um diese Uhrzeit eine so gute Laune haben kannst, ist mir schleierhaft.“ Ich antwortete lächelnd zurück und zuckte mit den Schultern. „Warum sollte ich schlechte Laune haben?“

Meine Sitznachbarin hatte mir die Arbeitsblätter, die zu Beginn ausgeteilt wurden, gesichert. Das verpasste ich natürlich regelmäßig. Das machten alle meine Sitznachbarinnen. Ich wurde von ihnen immer mit einem Lächeln empfangen. Und es gab einfach keinen Grund sich Stress zu machen.

Warum sollte ich nicht glücklich sein?

Ich habe einen Kaffee, ich habe die tollsten Sitznachbarn.

Und ich bin da.

Ich bin da, um mein Abitur nachzuholen.

Das ist doch mein Ziel. Dieses Ziel habe ich erreicht.

Mein Ziel war es nicht, jeden Tag pünktlich aufzuschlagen.

Klingt jetzt banal, ist aber so.

Mein Ziel war das Abitur nachzuholen. Das habe ich durch gezogen und nach zweieinhalb Jahren erfolgreich abgeschlossen.

3. Tipp: Behalte dein großes Ziel im Auge – deinen Fixstern.

Schenke den kleinen Steinen auf dem Weg dahin nicht die größte Beachtung. Nutze sie, um dir etwas daraus zu bauen. Mach dich nicht verrückt wegen Kleinigkeiten.

„Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ sagte schon Goethe

4. Tipp: Sei glücklich mit dem was du hast.

Nimm’ die Gegebenheiten hin und sehe das Positive darin. Stecke andere mit guter Laune an und du wirst mit guter Laune begrüßt und mit offenen Armen empfangen werden.

Ich schätze die Menschen meines Umfelds sehr. Es ist nicht leicht zu akzeptieren, dass man auf mich irgendwie ständig warten muss. Ich bringe dafür ein offenes Ohr und gute Laune mit.

Akzeptanz auszuüben ist übrigens eine große Stärke, die nicht reichlich Menschen besitzen. Meine engen Freunde jedoch schon.

Zu spät kommen war mir angebornen. Ich bin mir da sicher. Davon gehe ich bis heute aus.

Meine Mutter kam auch immer zu spät. Meine Oma reißt das bis heute wieder raus – für meine Mutter UND mich – und kommt dafür immer zwei Stunden früher. So sind die Omas. Und dafür lieben wir sie. Es ist wie der Wink mit dem Zaunpfahl des Respekts.

Pünktlich zu sein, wird immer die Challenge meines Lebens bleiben. Ich habe die Herausforderung angenommen und ich werde besser.

Gestern bekam ich allerdings alles zurück. Alles. Gibt es eine Steigerung von Alles?

Es sollte ein entspannter Rückflug aus Nizza werden. Easy, ihr wisst ja.

Und mit easyJet.

17:00 Abflug.

15:30 waren wir am Flughafen und startklar.

Ich hatte mein Buch mit – immer noch Michael Nast Generation beziehungsunfähig – welches ich vor Abflug ausgelesen haben wollte, damit ich im Flugzeug mein Zeug für die Uni machen konnte.

Ich glaube ich las zu langsam. Nach sage und schreibe 3,5 Stunden Warten am schönen Flughafen in Nizza, durften wir tatsächlich in die Maschine einsteigen.

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Es gab massive Sturmwarnungen.

Ok, dachte ich.

ich habe da so eine wilde Theorie.

Wenn ich zu spät komme, fängt es immer an zu regen. Auch im Sommer.

Soll ich neun Uhr irgendwo sein, fängt es fünf nach neun Uhr an zu regnen. Wenn ich nass werde, bin ich selbst Schuld. Denn ich könnte ja schon längst da sein. Das ist meine Motivation pünktlich zu sein.

Denn ich bin Radfahrerin.

Hätte ich das Buch schon früher ausgelesen, wären wir pünktlich abgeflogen.

„Einbildung ist auch eine Bildung.“ meint die Weisheit.

Dann lasst das Gewitter mal abklingen und wir fliegen dann. Kein Problem. Auf mich warten ja auch immer alle.

Als mir meine Begleitung jedoch mutmachend erzählte „Wenn der Flug mehr als 40 Minuten Verspätung hat, ist die Kacke meistens am dampfen.“ und er fliegt genug, um das einschätzen zu können.

„Puh, aber ok. Zeit, um mein Buch zu lesen.“ ging es mir durch den Kopf. Klar, mit einem Milchkaffee erträgt sich das Warten einfach am besten. Das ist so und das wird so bleiben.

Ich schrieb das meiner Mutter – das mit dem verspäteten Abflug, nicht mit dem Kaffee, die die Tage zuvor in meiner Wohnung gewohnt hat.

Mein kleiner Vierbeiner wurde gut behütet in der Zeit, in der ich weg war. Und sie konnte Wellness machen und sich von der Arbeit erholen.

Um acht schrieb sie mir, dass sie sich dann mal wieder auf dem Weg in meine Wohnung machte, um den Hund zu versorgen. Und es klang wie Übernachtung.

Auch sie scheint gewusst zu haben, dass das noch ein langer Tag werden würde.

Wir saßen nun im Flugzeug. Meine Vorahnung, dass es noch nicht losgehen würde, bestätigte sich.

Ich schnappte mir mein Buch und blendetet alles herum aus.

Rechts ein streitendes Paar.

Schwer auszublenden.

Dazu erzähle ich euch beim nächsten mal mehr. So nach dem Motto: „5 Gründe einen Streit vom Zaun zu brechen, wo es gar keinen Grund dafür gibt.“ Da wusste ich noch nicht, dass das Ganze noch in einem Super-Drama enden würden und Tränen fließen würden.

5. Tipp: Blende alles um dich herum aus. Fokussiere dich auf dein Ziel und betrachte die Situation von außen.

Soll heißen: Als ich das Gezeter nebenan nicht mehr ausblenden konnte, hörte ich Musik, las mein Buch und dachte „Es würde ja wieder vorbeigehen. Ändern kann ich daran jetzt eh’ nichts ohne Energieverschwelung.  Und es betrifft mich nicht. Es beeinflusst nicht mein Leben und auch nicht meine Ziele. Klar kann es stören, aber auch nur, wenn ich mich stören lasse. Ganz schlaue Sprüche aus den Zeitungen, die mich während des Flug begleitet haben.

Stress macht kirre. Stress führt dich in Ausnahmesituationen.

Alle rannten jetzt schon nervös durch das Flugzeug – typische Fluchtgedanken.

Sie knallten ihre Koffer wütend, gleichzeitig hilflos in die dafür vorgesehen Fächer. Als würde das dem Sturm Angst einjagen können.

Nun sollten alle auf ihre Plätze und sich anschnallen. „Yeah, es geht los!“

Das Flugzeug bewegte sich. Ich sagte zu meiner Begleitung: „So, nun fahren wir ein bisschen mit dem Flugzeug auf dem Rollfeld rum, um den Menschen zu zeigen „Hey, es geht los.“, damit es hier ruhiger wird.“ Dieser Trick funktionierte auch. Psychologie eben.

Nach fünf Minuten blieben wir stehen. Wir parkten.

Und bekamen eine Durchsage, dass es noch 20 bis 40 Minuten dauern könnte, bis wir starten. In einer Maschine nach Berlin, sind halbe Kindergarten Gruppen ja nun auch keine Seltenheit. Alle wollen zurück nach Prenzlauer Berg.

Nach 50 Minuten hoben wir ab.

UNGLAUBLICH.

Es war nun mittlerweile 20:49.

Um 21:11 ging es dann tatsächlich los.

ich war auf eine Übernachtung im Flugzeug eingestellt.

Mit 4,5 Stunden Verspätung Richtung Flughafen Schönefeld.

So schlimm war ich nie. Ich schwöre! Ich kam noch nie 4,5 Stunden zu spät.

Nie.

Um 23:00 sind wir gelandet.

Der Flug durch das Unwetter glich einer Achterbahnfahrt. Eine Berg- und Talfahrt.

Es wurde geheult. Links von mir und schräg hinter mir. Und ich besorgte dem Mädel neben mir eine Kotztüte. Das fehlte mir nun noch. Sandwich, Weißwein, Aranciata Brause und Chips auf meinen Unterlagen.

„Och nö, muss nicht sein.“ schoss es durch meinen Kopf, als ich die Tüte in das Netz ihres Vordersitzes steckte.

Ich dachte: “Ja, dass kann jetzt etwas unangenehm sein, aber die Menschen im Cockpit werden das schon schaukeln“. Und es schaukelte ja auch ordentlich.

Ich vertraue ihnen. Das wäre sonst so, als wenn meine Fitness Klienten überrascht jammern würden, warum an der Maschine „Bizeps Curl“ tatsächlich den Bizeps brennt.

Experten wissen was sie tun. Zumindest gehe ich davon aus.

Daher, dass ich das Flugzeug selbst nicht besser fliegen kann, kann ich auch nichts machen, außer warten.

Und gegen Petrus, den Wettergott, will ich auch nicht kämpfen.

„Och nö“.

Also bleibt mir nichts übrig, als die Zeit sinnvoll zu nutzen.

Panik bringt ja nichts.

Außer verengte Arterien und ein Herzfehler als Folge vielleicht. Ich las meine Zeitung weiter, das Buch hatte ich durch. Das Ziel ist erreicht.

6. Tipp: Relaxe, wenn du es nicht ändern kannst.

Wenn du es nicht besser weißt oder ändern kannst, dann überlasse dem Experten die Verantwortung und entspanne dich. Wieder: Fokus auf dein Ziel.

Am auffallendsten am Flug waren dennoch die Stewards, die unnötige Snacks und Getränke verkaufen – mussten.

Denn der Mittelpunkt des Verkaufs war Reihe 6.

Die Reihe in der wir saßen.

Und meine Begleitung saß auf Platz C, ich auf D.

Also beide am Gang.

Um nicht zu sagen im Gang und mitten im Geschehen.

Dabei sein ist alles.“ heißt es ja.

Der Rollwagen zwischen uns. Das Gesäß des Stewards in meinem Gesicht. Der Arm meiner Sitznachbarin auf Platz E – nicht vergleichbar mit den Zuvorkommenden aus der Schulzeit – über meinem Kopf. Auch vor meinem Kopf.

Dazu noch der Arm ihres Freundes von Platz F, an meinem rechten Arm. Weil er gegebenenfalls nicht wusste, was mein Arm und die Lehne des Stuhls waren. (Ich bin halt trainiert. Diese Härte kann man schonmal verwechseln.)

Dazu rannten die Menschen eifrig hin und her, um Getränke und Sandwiches zu holen.

Essen hilft immer bei Stress. Und shoppen.

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Zählen Geld und shoppen. Shoppten sogar Bordartikel, die man nun in dieser Situation echt nicht braucht.

Multikulti wurde es durch die englische, französische und deutsche Sprache.

Meine Begleitung flüchtete nach vorne, wo es etwas mehr Beinfreiheit gab. Ich konnte nicht mal flüchten. Ich war gefangen. Jedoch auf einem Sitz für schlanke Menschen, ohne Moppelgebühr, wie DIE WELT schrieb.

Ich schaltete meine Musik lauter – hörte Mark Forster Bauch und Kopf*, schloss die Augen, wippte meinen Kopf zur Musik.

Zu meinem Erschrecken hielt ich mir auch noch die Zeitung vors Gesicht, damit es dunkler wird. Und eventuell auch als Schutzschild vor dem Arm von Sitz F.

Schlafen.

Das war gut. Wenn ich wach werde, wird es vorbei sein.

Es half nichts.

Auf jeden Fall war das nun auch für mich eine außergewöhnlichere Situation.

Coaching Tipps….. was habe ich gelernt, was lehre ich. Los, ruf es ab! Jetzt brauchst du es!“ dachte ich.

7. Tipp: Lach Yoga!

Ich grinse, obwohl es ja nun bei weitem nichts zu grinsen gab.

Egal.

30 Sekunden grinsen soll Endorphine ausschütten, sagt auch der Heilpraktiker Mario Keller. Ich grinste und starte auf meine Zeitung.

Die Stimmung hellte sich auf.

Das genügt ja schon.

8. Tipp: Autogenes Training soll ja auch Wunder wirken.

Ruhig atmen. Ruhig atmen. Ruhig atmen.

Ich atmete 3 mal tief ein.

Und aus.

Und konnte so meinen Herzschlag, der früher durch die Decke gegangen wäre, bändigen.

Das funktioniert echt.

Probiere das mal aus!

Ich war tiefenentspannt. „Mir war alles Latte“, würde der Berliner sagen.

Ich hatte gute Laune und ich las meine Zeitung.

Das Zeit Magazin mit dem Titel Die Kraft der Gedanken.

„Ja, das war genau das, was ich jetzt brauchte.“ schmunzelte ich.

Sprüche wie „Du bist, was du denkst.“ und „Alles eine Frage der Einstellung? Wie unsere Gedanken unser Leben verändern können.

Jap. Danke. Der Artikel war sehr interessant und hilfreich.

„Was wir sehen, hängt davon ab, worauf zu achten wir gelernt haben“. 

„Was bringt Menschen dazu, in scheinbar aussichtslosen Situationen nicht aufzugeben?“

„Nichts ist wirkmächtiger als das Selbstbild, mit dem jemand durch die Welt läuft. Noch dazu, wenn er es für seine wahre Natur hält.“

Um mich herum war es wie auf einem wilden Basar. Es gab ja auch Sonderangebote, die ausdiskutiert werden musste. Da muss man zuschlagen.

Der Typ auf Platz F tauschte sogar sein Baguette zurück und wollte sein Geld zurück.

Zu diesem Zeitpunkt kam die Idee über diesen ganzen Tag zu schreiben.

Nach diesem turbulenten Flug, landeten wir um 23:00. Es wurde nun schon knapp noch einen Mietwagen am Flughafen zu bekommen. Ich ahnte, dass das nichts mehr wird.

Doofe Intuition, die mir in den meisten Fällen auch noch Recht gibt.

Um darauf, wegen des fiesen Unwetters noch weitere knapp 90 Minuten im Flugzeug zu sitzen und ….. zu lesen. Es war zu gefährlich zum Aussteigen. Gab wohl auch keine Mitarbeiter mehr, die die Treppe zum Ausstieg ranrollen konnten.

Die Stimmung bei den Mitreisenden war am Tiefpunkt.

Also echt.

Immerhin waren wir sicher gelandet. Oben in der Luft war selbst ich mir da nicht vollkommen sicher.

Das Paar neben mir fand ein altes Thema zum Streiten. So wie ich mein Buch ausgelesen hatte, hatten sie eigentlich auch alle Themen zum Streiten durch.

Ich lese ein Buch selten zweimal. Wenn dann erst nach ein bis zwei Jahren.

Die beiden finden mit ihren Streitthemen eben sofort von vorne anfangen.

Why not.

Ich hatte nach nun sieben Stunden lesen auch langsam keinen Bock mehr.

Ich hatte Hunger. Und der Granny Smith Apfel gehörte nun nicht unbedingt zu meinem Lieblingssnacks.

Aber was soll ich machen.

„Ich bewundere ja Menschen, die hier so ruhig bleiben können.“ sagte Platz E, als es dann tatsächlich dem Ausstieg Nahe ging. Das war doch ein Kompliment?! Und Streit und heulen auch langweilig wurden.

Ich war froh mein Buch Generation Beziehungsunfähig, das Zeit Magazin, ein paar Artikel des PSYCHOLOGIE HEUTE Magazins geschafft zu haben.

Und einen entspannten Reisebegleiter gehabt zu haben, der wie ich einen kühlen Kopf behält. Danke.

Wann habe ich mal Zeit zum Lesen. Wir stehen ja heutzutage immer unter Strom.

Es war also Schicksal, damit ich das mal schaffe alles zu lesen.

Den ewigen Optimist in mir kann nichts (mehr) erschüttern.

Zusammenfassung:

Atme ruhig. Lächle. Behalte dein ursprüngliches Ziel im Auge. Mache weiter und warte ab was passiert. Es wird sich alles einpendeln……

Um halb eins verließen wir das Flugzeug. Auf dem Weg zum WC dachte ich noch „Hey hier ist kein Personal – wer lädt denn die Koffer aus?“

Ja.

Auf meinen Koffer warte ich immernoch.

Bisher ist er noch am Flughafen.

Eine 45 Euro teure Taxifahrt später am Mietwagen Schalter in der Budapester Straße wurde uns das noch einmal so richtig bewusst.

Der Mitarbeiter fragte uns, was wir für ein Auto bräuchten und wie viel Gepäck wir denn hatten?

„Leider keins“ antworteten wir lachend.

Ein – man merkte sofort, dass wir wieder in Berlin waren – „Oh fuck, sorry.“ sprudelte mitleidend aus ihm heraus.

„Herrlich, herrlich“ dachte ich.

Zu Hause angekommen, meine Mutter schlief. Der Hund war versorgt.

Heile Welt.

Mein Sonnenbrand dürstete nach einer After Sun Lotion. Ich verschwand schnell in mein Bett. Ab unter die Decke.

Als ich im Bett war, erreichte mich noch diese Nachricht.

„We are very sorry due to the disruption at berlin Schoenefeld airport there is no staff able to unload your baggage from the hold. We have two opinions as a result of this. You can come back to the airport after 07:30 local time in which your baggage will be ready to collect.“

Was war Option two??

Diese Nachricht traf um 2:17 ein.

Und fünfzehn Minuten später – easyjet musste sich wohl erstmal überlegen, was „Option two“ war:

„Alternativly please go to the lost luggage desk in the terminal building where you will find the number to call for your baggage. we apologize for the inconvenience caused to you today.

Meinen Koffer habe ich bis jetzt noch nicht. Mal sehen wie das hier endet………

Ps: Natürlich habe ich es pünktlich zum Frühstück geschafft:

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